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Gefühlte Temperatur, "erlebte" Behaglichkeit... Lehm und die Meteorologie

Die Meteorologie und Lehm - Hände vor einem Kamin

Es ist nur wenige Jahrzehnte her, da tauchte in den einschlägigen meteorologischen Nachrichten der Begriff „gefühlte Temperatur“ auf.

Eine offenbar subjektive und individuell empfundene Wahrnehmung des Menschen wurde damit zu einem messbaren physikalischen Ergebnis geadelt.

Kenngrößen aus zum Beispiel Temperatur, Feuchte und Wind wurden unter "Behaglichkeitskriterien“ für den Menschen neu bewertet beziehungsweise klassifiziert.

Von den mathematisch und physikalisch ausgebildeten Meteorologen war es ein mutiger Schritt in die richtige Richtung.

"Die Meteorologie hat in Ihrem Wirken den Menschen zu schützen, zu warnen und fürsorglich auf bevorstehende Veränderungen und möglichen Katastrophen vorzubereiten."

 

Der "Menschenschutz" steht bei dieser Berufsgruppe noch vor dem Klimaschutz!

Zur Prophylaxe gehört insbesondere der Schutz des Menschen im Raum.

Vorausgesetzt, dass der Raum auch Bestandteil eines massiven Gebäudes ist, muss die bauliche und haustechnische Raumausstattung hinsichtlich aller physikalischen Kenngrößen, dem Schutz des Menschen dienen.

Extreme sommerliche Übertemperaturen im Raum lassen sich nicht mehr zuverlässig wie in der Vergangenheit durch die nächtliche Abkühlung senken!

Dies wird zu einem Dilemma, wenn extreme Klimaveränderungen langzeitlich einwirken oder politische Empfehlungen zur Absenkung der Heiztemperatur zumindest die „Behaglichkeit“ gefährdet.

Bei einer winterlichen Absenkung der Raumtemperatur in den modernen, mit leichten Trennwänden errichteten Wohnräumen muss man heute ohne Befeuchtung oft mit einer gesundheitsgefährdeten Raumfeuchte von unter 25 % leben!

Der Griff zur elektrisch betriebenen Klimaanlage oder zum Luftbefeuchter ist zwar leicht, aber es geht auch anders... natürlich!

 

Dank der Meteorologen verstehen wir heute, warum Menschen in unserer Klimazone in alten Holz/Lehm-Fachwerkhäusern mit einem Gesamtwandaufbau von 180 mm ihr Wohnraumklima als „behaglich“ bezeichnen!

Kein anderer Bauwerkstoff als LEHM vereint mehr Eigenschaften, die biologisch den Bedürfnissen des Menschen im Raum entsprechen:

  • relative Raumluftfeuchte um 50 %
  • adiabate und hygrothermische Raumluftkühlung im Sommer dank der Sorptiven Eigenschaften des Lehms (2 Kelvin)
  • gute Raumakustik und Schalldämpfung
  • brandsicherer Schutz
  • hohe Raumlufthygiene bzgl. der Bildung von Viren und Sporen
  • wohngesunde Atmosphäre
  • Reduzierung der äußeren, hochfrequentierten elektromagnetischen Strahlung

Die „gefühlte“ hygienische Behaglichkeit ist ein physikalischer und hoffentlich bald ein normativer Maßstab zur Bewertung einer Wohnqualität und des Raumklimas.

Diese Erkenntnisse müssen zur weiteren Entwicklung des Lehmbaus wissenschaftlich unterlegt und weiterentwickelt werden.

Verfasser:

Dipl.-Ing. Wolfgang Priedemann

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